Gute Seelen am Bahnhof

Bahnhöfe sind Zwischenorte; niemand bleibt lange, aber viele verweilen. Es wird auf den Anschluss, auf den verspäteten Zug, auf das nächste Ziel gewartet. Gerade in diesen Momenten lohnt es sich, genauer hinzuschauen und ins Gespräch zu kommen.

Ich selbst habe das erlebt. Mein Smartphone machte plötzlich dunkle Bilder; eine Einstellung war verrutscht, aber ich fand einfach keine Lösung. Ich suchte erfolglos im Netz, klickte mich durch Foren. Also fragte ich schliesslich ein paar junge Leute am Bahnsteig; und siehe da: Einer kannte sich bestens aus und löste das Problem in wenigen Minuten.

Solche Begegnungen machen das Reisen menschlich. Man kommt ins Gespräch, tauscht sich aus. Die Menschen erzählen von ihrem Leben, ihren Sorgen – manche schimpfen auf die Gesellschaft, andere schwärmen von ihren Haustieren und zeigen begeistert Fotos.

Bahnhöfe sind Orte der Bewegung, aber auch der Begegnung. Wenn wir nicht nur hetzen, sondern kurz innehalten, entdecken wir: Hier ist Platz für Menschlichkeit, für Zuhören, für kleine Gesten der Hilfe.

Doch es kann am Bahnhof auch unfreundlich zugehen, zum Beispiel beim Lift. Es gibt immer mehr E-Bikes, die ihn benutzen. Die Regelung Rollstuhl – Kinderwagen – Leute mit Gepäck – Fahrräder wird oft ignoiert, nach dem Motto wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Während nur zwei E-Bikes in den Lift passen, könnten in der gleichen Zeit 8 Personen mit Koffer fahren. Doch heute zählt Rücksicht immer weniger.

Auch wird immer seltener Platz angeboten für ältere Menschen, nach dem Motto, die können stehen. Es ist eine Verrohung der Gesellschaft.

Und mal ehrlich:
Wer mit dem DeutschlandTicket reist, sollte Rücksicht üben und Zeit haben.

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