Erfurt als Herz des Deutschlandtickets 

Wer mit dem Deutschlandticket das Land erkundet, lernt schnell: Der Weg ist das Ziel, aber der richtige Umstiegsbahnhof entscheidet über Frust oder Freude. Nach meinem Besuch einer Reisemesse in Erfurt steht für mich fest: Erfurt Hauptbahnhof ist nicht nur ein Knotenpunkt, sondern das heimliche Highlight für Regio-Reisende.

Die perfekte Anbindung: In alle Himmelsrichtungen

Erfurt liegt geografisch fast perfekt in der Mitte Deutschlands. Das macht den Bahnhof zu einem idealen strategischen Ankerpunkt für Touren mit dem Regionalexpress (RE).

  • Der Süden ruft (Nürnberg & Stuttgart): Dank der modernen Infrastruktur ist man mit dem RE 29 in nur rund zwei Stunden von Nürnberg in Erfurt. Die Strecke ist schnell, komfortabel und zeigt, dass Regionalverkehr heute kaum noch hinter dem Fernverkehr zurücksteht. Auch die Anreise aus Richtung Stuttgart lässt sich über Nürnberg hervorragend verknüpfen.
  • Ab in den Osten nach Dresden: Auch die sächsische Landeshauptstadt ist von Erfurt aus wunderbar erreichbar. Mit dem Regionalexpress geht es zunächst nach Leipzig, wo man bequem in den RE 50 (Saxonia-Express) umsteigt. Dieser bringt einen in direktem Takt nach Dresden. So lässt sich eine Tour durch die schönsten Städte des Ostens perfekt planen.
  • Ab in den Norden (Göttingen, Hannover & Hamburg): Von Erfurt aus bringt Sie der RE direkt nach Göttingen. Von dort aus ist es nur ein Katzensprung nach Hannover und weiter in die Hansestadt Hamburg.
  • Kurs auf die Hauptstadt: Auch Berlin ist bestens angebunden. Über die Strecke via Halle (Saale) oder Lutherstadt Wittenberg gelangen Sie mit dem Regionalexpress zügig in die Metropole, ohne auf teure ICE-Tickets angewiesen zu sein.

Ein Aufenthalt mit Qualität

Nichts ist schlimmer als ein zugiger Bahnsteig ohne Verpflegung, doch Erfurt macht hier vor, wie ein moderner Bahnhof aussehen muss. Der Bahnhof  lädt förmlich dazu ein, die Umstiegszeit zu genießen. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt: Ob ein schneller Snack oder ein gemütlicher Kaffee; eine gute Auswahl ist vorhanden. Dazu kommt eine Drogierie für vergessene Zahnbürste oder Erfrischungne. Die angenehme Atmosphäre, die historische Architektur mit modernem Glasbau verbindet, sorgt zudem dafür, dass man sich dank der kurzen und übersichtlichen Wege sofort zurechtfindet.

Mein Fazit: So macht das Deutschlandticket Spass

Mein Trip zur Reisemesse in Erfurt hat mir gezeigt: Mit dem Deutschlandticket zu reisen kann bequem sein. Wenn die Knotenpunkte so gut funktionieren wie in Erfurt, wird das Umsteigen zum Teil des Urlaubs. Erfurt ist eine Stadt, deren Besuch sich lohnt. 

Wie geht’s weiter?

Eine Stellwerkstörung legt den Zugverkehr in Kitzingen lahm. Zwei vollbesetzte Regionalzüge und ein ICE stehen still, der Bahnsteig füllt sich zusehends, auch wenn die meisten Reisenden in den Zügen ausharren. Ich steige aus, in der Hoffnung, dass an diesem Donnerstagnachmittag noch Busse fahren. Von der Bahn gibt es keine offiziellen Meldungen, aber ich gehe davon aus, dass ein Ersatzverkehr organisiert wird.

Vor dem Bahnhof warten Fahrgäste auf ihre Abholer. Niemand ist bereit, weitere Passagiere mitzunehmen. Bitten werden unfreundlich abgewiesen, jeder scheint auf sich allein gestellt zu sein. Es gibt zwar Taxis, doch ihre hohen Preise machen es notwendig, dass sich Fahrgemeinschaften bilden, was aber nur selten gelingt.

Ich entscheide mich für den Bus nach Volkach und ärgere mich über den örtlichen Verkehrsverbund: unklare Fahrpläne, ein fehlendes Liniennetz und eine App, die primär auf den Fahrkartenverkauf ausgerichtet ist. Versuche, jemanden telefonisch zu erreichen, scheitern. Die meisten Reisenden warten auf den Bus nach Rottendorf, weil sie dort schnellere Anschlüsse vermuten – doch es kommt nur ein kleiner Bus, der nicht alle aufnehmen kann.

Meine Fahrt nach Volkach entwickelt sich wider Erwarten zu einer wunderschönen Reise. Sie führt am Main entlang, vorbei an malerischen Weinbergen und kleinen Dörfern. Es ergeben sich nette und gute Gespräche mit den anderen Fahrgästen, die auch auf der Weiterfahrt von Volkach nach Würzburg anhalten. Obwohl es ein großer Umweg ist, ist die Fahrt dank des Deutschlandtickets kein Problem.

In Würzburg angekommen, sehe ich eine beachtliche Anzahl von Bussen, die für den Schienenersatzverkehr bereitstehen – eine enorme Kraftanstrengung. Es wäre nur noch schöner, wenn auch Personal vor Ort wäre, das die Reisenden betreut und Durchsagen macht. Doch das scheint finanziell nicht vorgesehen zu sein.

Als ich schließlich im Bus nach Marktheidenfeld meine Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge anspreche, ernte ich nur ablehnende Reaktionen: „Es ist doch alles gut“ und „man muss immer alles positiv sehen“. Kritisieren, das wolle man nicht. Die Mitreisenden wenden sich ab, jeder wieder für sich allein mit dem Smartphone.

Wenn Systeme versagen:
Menschliche Resonanz und die Suche nach Verbindung

Das Versagen der Deutschen Bahn, die Geschichte in dieser Situation, ist mehr als eine Pannenmeldung; sie ist ein Spiegelbild unserer Zeit. Diese zeigt, wie schnell die Solidarität schwindet, wenn ein System versagt. Im Moment der Krise wartet man nicht nur auf die Bahn, sondern auch vergeblich auf die Hilfsbereitschaft anderer. Denn der anfängliche Schock lässt viele in eine Haltung des „Jeder-für-sich“ verfallen.

Doch paradoxerweise sind genau solche Momente auch eine Chance. Dort, wo die gewohnte Ordnung zusammenbricht, entsteht Raum für echte, menschliche Begegnungen. So wird aus der Not eine Tugend, und die unfreiwillige Umleitung wird zur Bühne für unerwartet gute Gespräche. Diese Momente erinnern uns an das tiefe Bedürfnis nach Gemeinschaft, das in uns allen steckt.

Am Ende der Reise wird die Stimmung jedoch wieder trüb: Der Versuch, konstruktive Kritik zu äußern, trifft auf Ablehnung. Man möchte keine negativen Dinge hören und zieht sich lieber in eine sichere Welt des Smartphones zurück. Das zeigt, wie schwer es uns fällt, über Fehler zu sprechen, und wie sehr wir die digitale Isolation einer echten, manchmal unbequemen Diskussion vorziehen. Übrig bleibt das Gefühl, dass wir oft im Affekt Chancen verpassen – Chancen, als Gesellschaft besser zu werden und wieder mehr aufeinander zuzugehen.

Auch benötigen zwar manche, wie ich, in bestimmten Situationen, den Kontakt zu anderen, um sich selbst regulieren zu können. Andere wiederum benötigen wiederum das Umgekehrte, den inneren Rückzug, um sich regulieren zu können. Manchmal ist es deshalb schwierig, auf die Befindlichkeiten anderer einzugehen. Ich wünschte mir allerdings, dass wenigstens gegenseitig auf die Befindlichkeiten Rücksicht genommen würde, ohne ein Gegenüber dafür zu verurteilen.

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Gute Seelen am Bahnhof

Bahnhöfe sind Zwischenorte; niemand bleibt lange, aber viele verweilen. Es wird auf den Anschluss, auf den verspäteten Zug, auf das nächste Ziel gewartet. Gerade in diesen Momenten lohnt es sich, genauer hinzuschauen und ins Gespräch zu kommen.

Ich selbst habe das erlebt. Mein Smartphone machte plötzlich dunkle Bilder; eine Einstellung war verrutscht, aber ich fand einfach keine Lösung. Ich suchte erfolglos im Netz, klickte mich durch Foren. Also fragte ich schliesslich ein paar junge Leute am Bahnsteig; und siehe da: Einer kannte sich bestens aus und löste das Problem in wenigen Minuten.

Solche Begegnungen machen das Reisen menschlich. Man kommt ins Gespräch, tauscht sich aus. Die Menschen erzählen von ihrem Leben, ihren Sorgen – manche schimpfen auf die Gesellschaft, andere schwärmen von ihren Haustieren und zeigen begeistert Fotos.

Bahnhöfe sind Orte der Bewegung, aber auch der Begegnung. Wenn wir nicht nur hetzen, sondern kurz innehalten, entdecken wir: Hier ist Platz für Menschlichkeit, für Zuhören, für kleine Gesten der Hilfe.

Und mal ehrlich: Oft kommt bald der nächste Zug, es hätte gerne länger dauern können.

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Medizinischer Notfall bei der Bahn

Im Zug erleidet ein Fahrgast plötzlich einen Anfall – vermutlich ein epileptischer. Er zittert, bricht zusammen und ist nicht mehr ansprechbar. Mitreisende versuchen, ihm zu helfen, und betätigen den SOS-Knopf, um Unterstützung zu holen. Der Lokführer meldet den Vorfall an die Leitstelle, die umgehend medizinische Hilfe organisiert.

Der Zug hält an einem kleinen, unbedeutenden Bahnhof. „Man hätte doch bis zur nächsten größeren Stadt weiterfahren können. Da hätte es genügend Rettungswagen, die direkt zum Bahnhof kommen, und wir hätten keine Verspätung gehabt,“ meint ein Fahrgast. Doch schon nach wenigen Minuten landet ein Rettungshubschrauber neben dem Zug. Auch ein Krankenwagen trifft ein. Perfekte Organisation. Der Zug fährt nach kurzer Zeit ohne nennenswerte Verspätung weiter.

Die Bahn zeigt: Sie kann Notfälle effizient managen. Natürlich hätte man sich auch überlegen können, erst im nächsten Bahnhof medizinische Hilfe zu leisten. Doch der Hubschraubereinsatz war schneller, sicherer – und es ging schließlich um ein Menschenleben. Dafür muss der Hubschrauber eben direkt neben dem Zug landen können. 

Kompliment an die Deutsche Bahn für den tollen Einsatz.

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Stuttgart 21 – Große Vision, kleiner Bahnhof?

Wer mit dem Deutschlandticket unterwegs ist und Stuttgart ansteuert, landet inmitten einer der größten Infrastrukturprojekte Europas: Stuttgart 21. Lange wurde diskutiert, viel wurde gebaut – und nun steht die Fertigstellung des neuen Tiefbahnhofs kurz bevor. Doch nicht alle Reisenden zeigen sich überzeugt davon.

Der neue Bahnhof wird lediglich vier Bahnsteige und acht Gleise haben, was für eine Millionenregion, die als Verkehrsknoten von europäischer Bedeutung gilt, erstaunlich wenig ist. Viele Pendler fragen sich: Wie soll das gutgehen? Die U- und S-Bahnen am heutigen Hauptbahnhof sind jetzt schon überfüllt. Züge aus Zürich sollen künftig an einem vorgelagerten S-Bahnhof halten. Komfort sieht allerdings anders aus.

Mein Besuch im InfoTurm Stuttgart, direkt am Gleis 16, war aufschlussreich, doch auch ernüchternd. Auf vier Etagen liegen interaktive Informationen und bunte Visualisierungen zum Projekt vor. Die Technik ist modern, das Tageslichtkonzept beeindruckend. Aber der Raum wirkt kühl: kein Platz für Gepäck, kein Café, kein Aufenthaltsbereich. Für die Toilette zahlt man 1 Euro. Die Mitarbeiter schienen wenig motiviert, mein kritisches Nachfragen versickerte zwischen Hochglanzwänden und schöngefärbten Zukunftsvisionen.

Von der Entstehung des neuen Stadtteils rund um den Bahnhof erfährt man hier wenig. Dabei liegt die wahre Tragweite von Stuttgart 21 genau darin. Die Investoren stehen bereit, und es wird gemunkelt, dass die alten Gleisanlagen bald verschwinden sollen. Was geschieht wohl mit dem denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude? Offenbar ist dort künftig vor allem Schlemmen und Shoppen angesagt.

Mein Fazit

Für Deutschlandticket-Nutzer droht Stuttgart 21 zum Ärgernis zu werden, wo doch schon der bestehende Bahnhof kein einfacher Knotenpunkt ist. Wenn die Kapazität weiter sinkt und die Orientierung nicht einfacher wird, dürfte es nicht besser werden. Zudem wurden ökologische Sünden begangen und Sicherheitsfragen ignoriert.

📍 InfoTurm Stuttgart, Gleis 16

Täglich geöffnet
Eintritt frei;
🌐 Direkter Link zum Projekt stuttgart21.

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Die Links innerhalb des Artikels führen zu den entsprechenden Orten und Routen auf der Weltkarte.

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Der Ballungsraum Stuttgart ist aktiv

Bei einem Gespräch schwärmt ein Stuttgarter vom DeutschlandTicket. In Stuttgart sollen Touristen das DeutschlandTicket mit Kreditkarte abrechnen können. Auch der Preis hat sich reduziert, es ist viel mehr los im öffentlichen Verkehr, und der Tourismus in die vielen schönen Städte rund um Stuttgart nimmt zu. Einziger Makel, die dafür zu verwendende Chipkarte muss an den Verkaufsstellen der Region verlängert werden.

Eine Recherche mit KI führte zu folgendem Ergebnis:

Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) hat den öffentlichen Nahverkehr im Jahr 2024 mit umfassenden Verbesserungen modernisiert, um der gestiegenen Nachfrage durch das DeutschlandTicket gerecht zu werden. Dabei stehen vor allem die Erhöhung der Taktfrequenzen, die Verlängerung von Zügen und die Erschließung neuer Strecken im Fokus.

Erhöhung der Taktfrequenzen und längere Züge

In stark frequentierten Regionen hat der VVS die Taktfrequenzen deutlich erhöht. Vor allem in den Hauptverkehrszeiten sind die Züge in kürzeren Intervallen unterwegs, was die Kapazitäten erhöht und die Wartezeiten verkürzt. Zusätzlich wurden auf besonders ausgelasteten Linien die Zuglängen erweitert, um mehr Fahrgäste aufnehmen zu können. Der VVS setzt vermehrt auf moderne Fahrzeuge, die für eine höhere Sitzplatzanzahl und Komfort für Pendler*innen und Reisende sorgen.

Ausbau neuer Strecken

Ein weiteres Highlight der VVS-Optimierung ist die Erschließung neuer Strecken und Haltestellen. Dies umfasst den Ausbau bestehender Linien sowie die Entwicklung völlig neuer Verbindungen, die entlegene Gebiete besser an das bestehende Netz anschließen. Besonders Pendler profitieren von direkten Anbindungen, die Umstiege minimieren und den Weg zur Arbeit effizienter gestalten. Der VVS plant außerdem, ländliche Regionen besser mit urbanen Zentren zu verknüpfen, um eine flächendeckende Mobilität zu gewährleisten.

Digitale Lösungen und flexiblere Angebote

Neben den infrastrukturellen Maßnahmen setzt der VVS auch auf digitale Innovationen, die den Ticketkauf und die Routenplanung für Fahrgäste erleichtern. Mit einer verbesserten App und Echtzeit-Informationen zur Auslastung der Züge können Reisende ihre Fahrt nun flexibler und komfortabler planen. Auch spontane Routenänderungen oder Umsteigemöglichkeiten werden so besser unterstützt, was das Reisen in Stosszeiten deutlich angenehmer macht.

Fazit

Mit diesen Maßnahmen stellt sich der VVS der wachsenden Nachfrage und den Herausforderungen des DeutschlandTickets. Durch höhere Kapazitäten, kürzere Intervalle und ein erweitertes Streckennetz wird der öffentliche Nahverkehr in Stuttgart und Umgebung attraktiver und zukunftsorientierter gestaltet.

Webseite: vvs.de

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Alltag von Lokführer und Busfahrer

Sind wir einmal unterwegs, suchen wir das Gespräch mit den Beschäftigten. Ein Lokführer und Busfahrer berichten über ihre Motivation zu deren Jobs.

Weshalb arbeitet ein Lokführer bei der Deutschen Bahn?

Die Deutsche Bahn bietet faszinierende Arbeitsplätze, anhand ihrer modernen und schnellen Züge, die im internationalen Vergleich einen hohen Stellenwert haben. Viele Lokführer stehen hinter der Deutschen Bahn, weil ihnen ihre Arbeit Freude bereitet, und sie einen wesentlichen Beitrag zum öffentlichen Verkehr leisten. Doch hinter den Kulissen sieht es oft anders aus: In der Führungsetage fehlen entsprechende Konsequenzen, da hier ein Vorstand, der versagt, selten zur Verantwortung gezogen wird. Dies wiederum, weil entsprechende Führungskräfte bereits in den Aufsichtsrat eingezogen sind.

Auch kursieren falsche Informationen über die Vergütung: Es heißt, Lokführer verdienen 3500 Euro netto – in Wahrheit handelt es sich dabei aber um deren Bruttoverdienst. Damit wird suggeriert, dass deren Lohn hoch sei. Lokführer sind oft mit sehr herausfordernden Arbeitsbedingungen konfrontiert. Drei wöchentliche Schichtwechsel sind Alltag. Hierbei müssen sie viele Zugtypen kennen, ihre Fahrtechnik beherrschen sowie in der Infrastruktur versiert sein, auch eine umfangreiche Ausbildung und Weiterbildungen sind Pflicht. Überstunden gehören zum Alltag. Die ICE-Züge sind dicht besetzt, aber ein Gehalt eines Lokführers fällt dabei kaum ins Gewicht.

Die Gehälter bei der Deutschen Bahn sind zudem niedriger als bei privaten Unternehmen. Ohne die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL) wäre die Situation wohl noch dramatischer, denn sie sorgt dafür, dass die Bedingungen für Lokführer nicht völlig aus dem Ruder laufen. Die Bahn hat ein strukturelles Problem und wird nicht von der Politik unterstützt.

Wer will heute noch Busfahrer sein?

Busfahrer haben es heutzutage nicht leicht: Ständige Schichtwechsel, eine Sechs-Tage-Woche, Fahrkarten verkaufen und gleichzeitig den Fahrplan einhalten. Dazu kommt deren Verantwortung, jedes Ticket zu kontrollieren – selbst, wenn 30 Kinder gleichzeitig einsteigen. Kaum machbar!

Busbahnhöfe sind oft schlecht beschildert, es fehlt an Übersicht. Fahrgäste sind gezwungen, die App des jeweils örtlichen Verkehrsvereins herunterzuladen und sich häufig auch noch zu registrieren. Wieso bestehen keine einfacheren Lösungen wie Web-Apps?

Hinzu kommen unangenehme Situationen im Alltag: Drogensüchtige, Betrunkene und respektlose Jugendliche machen den Job noch schwieriger. Busfahrer werden dabei respektlos behandelt. Den Ärger und den Druck bekommen die Busfahrer direkt zu spüren. Trotz all dieser Herausforderungen machen viele Busfahrer weiter und kämpfen sich durch.

Sie registrieren die vielen strukturellen Probleme, denen sich der öffentliche Verkehr gegenübersieht. Die Verantwortung im Landratsamt sollen dann noch Sachbearbeiter dafür tragen, jene, die sich um die Ausschreibung kümmern. Auch deshalb erweist sich der öffentliche Verkehr in Deutschland mittlerweile als Randerscheinung und wird vor allem für den Schulverkehr gebraucht. Deswegen möchte kaum noch jemand Busse fahren.

Fazit

Es wird Zeit, dass die wirklichen Verantwortlichen für den Nahverkehr von den deutschen Bürgern aufgefordert werden, sich um die Situation des öffentlichen Verkehrs zu bemühen. Solange der öffentliche Verkehr nur als wirtschaftliches Defizit betrachtet wird, statt als ein wichtiges Instrument für den Bürger wird wenig verbessern. Die stiefmütterliche Behandlung ist zu beenden.

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Unterwegs in der Eifel mit dem DeutschlandTicket

Die Eifel, ein malerisches Mittelgebirge zwischen Aachen und Trier, bietet eine Vielzahl an Natur- und Kulturerlebnissen. Dort eine Fahrt mit dem DeutschlandTicket zu nutzen, bedeutet eine Herausforderung. Der Nahverkehr könnte besser und angenehmer gestaltet sein. In meiner Heimat, dem Fichtelgebirge fährt fast jeder mit dem Auto. Gesponserte Taxitickets für junge Menschen und für abends werden als großartige Idee angesehen. Auch Rufbusse existieren, deren Buchungen jedoch kompliziert sind und oft mit der Meldung „Mitfahrbuchung unmöglich“ endet, wie ich in Monschau erfahren habe.

Die Eifel selbst ist in mehrere Verkehrsverbünde unterteilt, was zusätzlich die Nutzung des Nahverkehrs erschwert. Für die unterschiedlichen Strecken sind oft die Apps der jeweiligen Verkehrsverbünde notwendig. So gehört Monschau beispielsweise zur Städteregion Aachen.

Wer von Monschau aus Münstereifel besuchen möchte, muss zunächst nach Aachen zurückkehren und dann einen neuen Versuch via Euskirchen aus starten. 

Bushaltestelle an Bahnhof Rothe Erde
Bushaltestelle Aachen

Ein Tipp für Reisende: Bleiben Sie in einem Gebiet, nutzen Sie die Gelegenheit zum Wandern, Schwimmen, oder leihen Sie sich ein Fahrrad. Besonders schön ist die Gegend um den Rursee, die sich hervorragend für Outdoor-Aktivitäten eignet.

Eine beeindruckende Sehenswürdigkeit in der Eifel ist Vogelsang, eine ehemalige Ordensburg der Nazis. Heute dient sie als Mahnmal und erinnert an eine Geschichte, die sich niemals wiederholen darf.

Insgesamt betrachtet ist das Reisen mit dem DeutschlandTicket in der Eifel durchaus machbar, erfordert jedoch Geduld und eine gute Planung. Die Nutzung des Nahverkehrs anstelle des Autos kann eine nachhaltige und entschleunigende Art des Reisens ausmachen, wenn man sich auf die regionalen Gegebenheiten einstellt.

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Die Links innerhalb des Textflusses führen zu den entsprechenden Orten und Routen auf der Weltkarte.

High Noon bei der Deutschen Bahn

Behandelt mich die Bahn als Kunde? Ich wollte das klären, forderte dabei 1000 € Genugtuung. Die Verhandlung kündigte ich an, niemand erschien. Vorab schriftlich meine Ansprüche einreichen? Nein, vor Gericht soll gestritten werden dürfen und der Richter ein gerechtes Urteil sprechen.

Die Richterin eröffnete die Verhandlung und wollte wissen, wofür ich Genugtuung möchte, und um welche Reise es sich handle? Ich erlebte während einer Anreise einen Schienenersatzverkehr in Babenhauser und sprach mich über seine schlechte Organisation aus. Ich wies diesbezüglich speziell auf fehlende Informationen in der Deutsche Bahn-App. Denn in dieser App waren kaum Informationen darüber zu finden, und am Bahnhof überhaupt keine Hinweise. Auch dortige Kiosk-Mitarbeiter oder der örtliche Busverkehr wussten nichts, was ja auch nicht deren Sache war.

Irgendwann kam ein ins Alter gekommene Reisebus angefahren, der Einstieg mit Gepäck beschwerlich und der Fahrer konnte kein Deutsch. Auch sonstwo fanden sich keinerlei Hinweise. „Gegen eine App gibt es keinerlei Handhabe,“ meinte die Richterin. Ich zählte einige beobachtete und erfahrene Kundendrangsalierungen auf und bat die Richterin, diese zu notieren. Der Anwalt der Bahn sagte nichts dazu.

Hierbei hätte die dafür Verantwortlichen der Bahn selbst erscheinen dürfen, denn die Entwickler der Kundeninformationssysteme arbeiten in der Nachbarschaft des Verhandlungsgebäudes.

Weshalb konnte ich nichts davon wirklich mit einer dafür zuständigen Person direkt besprechen? Ein Bürohaus der Bahn war durch Pförtner besetzt, und der konnte nicht weiterhelfen. Niemand redete mit mir darüber.

Der Pförtner im Bürohaus erinnerte mich ein bissche an Gary Grant, Hauptdarsteller im Film 12 Uhr Mittags oder High Noon. Er hätte allein die Bahn verteidigt, selbst wenn ihm eine kleine Gruppe geholfen hätte. Bahnmitarbeitende trauten sich nicht mal ans Telefon. Auf meinen Wunsch hin fuhr der Pförtner noch in den 6. Stock und handelte deshalb eine Abfuhr ein. Er meinte, ich solle einen Zettel in den Briefkasten werfen.

Was sagt so etwas über einen Konzern aus? Mehr als deutlich erwies sich hierdurch, dass der Kunde nichts bis wenig zählt, und sich die dafür Verantwortlichen abschotten. Solange jeder nur seinen zugewiesenen Aufgaben nachgeht, statt sich auf die Seite jedes annehmbaren Kunden zu stellen, wird sich wenig ändern.

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Eine Reise mit dem DeutschlandTicket’

Einem Freund, Rentner, unternehmungslustig, habe ich vom DeutschlandTicket und einem Grillfest in Berlin erzählt. Ich möchte da hin, in drei Etappen, ab Zürich nach Michelstadt, nächster Tag Bitterfeld und schliesslich nach Berlin. Der Donnerstag hat gut funktioniert, am Freitag ist die Regionalbahn nach Leipzig ziemlich voll geworden, auch nach Bitterfeld Dichtestress. Das letzte Stück am Samstagmorgen hat in vollen Zügen erlitten werden müssen. 

Nur noch wenige Bahnhöfe sind besetzt. Ein Mitarbeiter wird per Video zugeschaltet, und praktisch bedient dieser den Automaten.

Die beiden Aufenthalte in Michelstadt und Bitterfeld sind wunderbar gelungen, doch jeden Tag ein neues Quartier zu durchkreuzen, ist nicht jedermanns Sache. Mein Freund nutzt gerne das persönliche Gespräch, auch dies ist ihm gut gelungen. Er hat auf der Reise lernen müssen, zunehmend mit Apps zu arbeiten, denn viele Leute haben seine Fragen nicht beantworten können oder ihm eine falsche Auskunft gegeben. 

In Berlin haben sich unsere Wege geteilt. Ich bin nach Cottbus und Glashütte weitergereist, er nach Düsseldorf. Unterwegs in Burg, habe ich noch eine Übernachtung gebucht. Mit seinen Reisen am Montag und Dienstag ist er sehr zufrieden gewesen. Züge haben genügend Platz geboten und sind pünktlich gefahren. Die Rückreise von Düsseldorf aus hat er mit dem Fernverkehr durchgeführt. 

Auf der Reise habe ich den Stressfaktor unterschätzt, das ständige Umsteigen bereitet Mühe, und auch das Gedränge ist auf Reisen unangenehm. Zudem ist uns aufgefallen, dass vor allem junge Menschen das Ticket nutzen.

Ob er wieder reist? Wahrscheinlich eher mit Fernzügen, und er möchte das DeutschlandTicket als Ergänzung betrachten, sollte er wieder in der Region unterwegs sein. Denn er schätzt die Flexibilität im Nahverkehr, indem er sich nie um ein Ticket kümmern muss. 

Plan vom NRW Regional
Plan vom NRW Regional

Auf Reisen ist eine Kombination eines Fernverkehrsticket mit einem DeutschlandTicket ideal. Denn grosse zurücklegende Entfernungen erfordern mit dem Fernverkehrsticket weniger Umstiege, und in der Region selbst ist das DeutschlandTicket ausbaubar. Wünschenswert ist, wenn Deutschland Tourismus hier initiativ wird.