Etwas Zickzack statt warten
🗺️Geplant war’s so schön.
🚆RE54 von Bamberg nach Würzburg, dann RE8 nach Stuttgart und schliesslich RE87 nach Singen. Drei Züge, ein Ziel. Doch wer mit der Deutschen Bahn fährt, bucht nicht einfach eine Verbindung – er bucht ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang.
🚧Auf der Strecke Bamberg–Nürnberg gab es schon ein paar Tage lang – man glaubt es kaum – eine Unterführung, die in Brand geraten war. Schienenersatzverkehr: Das klingt nach Abenteuer, riecht aber eher nach Stress. Die Busse waren voll, die Fahrt lang, der Anschluss unsicher – also lieber via Westen nach Würzburg. Die Regionalbahn? Flott, pünktlich. Ein Wunder. Ein kurzes Aufatmen. Hätte ich doch anschliessend die Regionalbahn nach Osterburken genommen!
🔀Doch die Entscheidung fällt auf den Regionalexpress nach Stuttgart – der fällt aus. Ein Hauch von Ratlosigkeit macht sich breit. Vielleicht nach Lauda? Verspätung. Dann eben Treuchtlingen. Klingt nach Süden, liegt aber ein bisschen im Osten.
🏃♀️Egal. Bewegung ist Leben. Wer steht, verliert.
🚂Plötzlich erscheint der Zug nach Lauda gegenüber. Der Wunsch, umzusteigen, ist gross – doch der Zug nach Treuchtlingen fährt los. Pünktlich. Ausgerechnet dieser. Doch die Ruhe bleibt. Es ist Zeit. Es gibt ein Deutschlandticket. Und es gibt, was viele haben sollten: Zeit und Freude an der Reise. Und Begegnungen – so wie das Gespräch mit Touristen aus Schweden, die noch nach Italien möchten; viel Spass!
⏱️Doch plötzlich: Halt auf freier Strecke. Ein Güterzug schleicht vor dem Zug her, 13 Minuten Verspätung – der Anschluss in Treuchtlingen? Geschichte. Aber Ansbach ruft! Ein RE nach Stuttgart bietet sich als Alternative an. Ein schneller Umstieg in den RE90 – wieder Richtung Westen und Süden. In Stuttgart: zwei Stunden Aufenthalt. Eine Gelegenheit zum Meditieren. Oder zum Umsteigen. Der Umweg via Friedrichshafen wird gewählt und von dort geht es weiter nach Singen. Zickzack.
🏞️Aber immerhin: Die Zeit wird im Zug verbracht. Die Bordtoilette ist ein Glücksspiel – aber wenn sie funktioniert, ein stilles Glück. Die Bahnhofstoilette ist meistens teuer. Die Fahrt geht durch Franken, durch Schwaben. Deutschland ist schön – solange man sich nicht auf einen Fahrplan verlässt.
📡Dank der Privatbahnen gibt es immerhin Züge. Mehr als man denkt – weil die DB allein nicht regiert. Doch das Netz gehört der DB Infra. Und ein Güterzug hat öfters Vorrang. Kommunikation? Die Verbindung auf dem Smartphone prüfen? Funklöcher und humorvolle Durchsagen zum Durchhalten. Hightechland Deutschland: digital ganz vorn – Bespassung!
🧘🏽♂️Der Anschlusszug wartet nie – aber oft ist er auch zu spät, nur eben nicht, wenn man selbst zu spät ist. Und immer wieder gibt es spontane Gleiswechsel. Eine Bahnreise in Deutschland braucht Geduld, Humor – und ein dickes Zeitpolster. Das Ziel Singen wurde erreicht, aber auf eigene Weise. Mit dem Deutschlandticket unterwegs. Was will man mehr?
🎵Zu diesem Anliegen wurde bereits ein Lied veröffentlicht:
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