Regionaler öffentlicher Verkehr, Chancen verpasst

In Bad Staffelstein fährt ein Bus. Naja, zumindest auf dem Papier. Leer. Einsam. Der Fahrplan? Ein Rätsel für sich. Wer ihn findet, hat das erste Abenteuer schon gemeistert. Wer ihn dann noch versteht, könnte glatt Verkehrsminister werden.

In der Region scheint der Glaube an den öffentlichen Verkehr geschwunden zu sein. Der Bus fährt höchstens ins Leere. Das Auto ist wieder heilig. Und warum? Weil sich der Nahverkehr oft nach dem Stundenplan von Schulen richtet – nicht nach dem echten Leben der Menschen.

Teuer ist der Spass auch noch. Logisch, wenn kaum jemand mitfährt und die Fahrten selten sind, wird’s eben richtig exklusiv. Nur eben ohne Komfort. Stattdessen sollten wir doch das Gegenteil tun: Über eine kostenlose Nutzung nachdenken, Taktfahrpläne einführen, verständliche Fahrpläne drucken. Das erinnert an Länder, in denen der Nahverkehr besser funktioniert.

Das Argument „Kein Geld!“ ist so alt wie die ersten Pferdekutschen. Aber wie wäre es mal mit: Das vorhandene Geld sinnvoll ausgeben? Mit Bürgerbeteiligung statt mangelnder Effizienz in der Verwaltung? Und Busunternehmen nicht nur auf den niedrigsten Preis drücken, sondern Anreize schaffen: für moderne Fahrzeuge, kundenfreundliche Angebote – und faire Löhne.

Doch der öffentliche Verkehr entwickelt sich kaum weiter. In den Ämtern wird verwaltet statt gestaltet. Leistungsprämien? Fehlanzeige. Visionen? Oft Mangelware. Und die Dorfpolitik will lieber an jeder dritten Kurve eine Haltestelle, als mal über Takt, Reichweite oder Nachfrage nachzudenken.

Fahrgastzählungen? Manchmal erscheinen sie überflüssig. Es gibt ja nichts zu zählen. Ausser Geisterfahrer im leeren Linienbus.

Und nun auch noch das Deutschlandticket: Bald teurer, bald unattraktiv. Statt das Angebot zu erweitern, wird die Nachfrage unterdrückt. Willkommen im Teufelskreis des Desinteresses.

Quo vadis, öffentlicher Verkehr? Wahrscheinlich zur nächsten Haltestelle – mutmasslich in der Sackgasse.

Zu diesem Anliegen wurde bereits ein Lied veröffentlicht, und seit 15 Jahren wird aktiv für positive Veränderungen eingesetzt.

Die Chancen wären da, um das Deutschlandticket erfolgreich zu fördern und somit wirklich etwas für die Bürger zu tun. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Preise erhöht werden, bis das Deutschlandticket an Attraktivität verliert. Es gibt jedoch zahlreiche Befürworter, die sich dafür einsetzen, den Preis vorerst bis 2029 stabil zu halten. Absolute Planungssicherheit ist selten gegeben, ebenso wie ein durchgehend optimaler Einsatz in allen Behörden nicht immer vollständig umsetzbar ist.

Das EgroNet-Dilemma: Wenn Regionaltarife die Mobilitätswende sabotieren

Das Deutschlandticket (D-Ticket) war ein Versprechen: Mobilität muss einfach, grenzenlos und bezahlbar sein. Doch während das D-Ticket (seit Januar 2026 für 63 €) einen ganzen Monat lang bundesweit Türen öffnet, zementiert der Landkreis Wunsiedel im EgroNet eine Preisstruktur, die genau das Gegenteil bewirkt.

1. Der Preis-Irrsinn: 32 € (Tag) vs. 63 € (Monat)

Wer kein Abo hat, wird im ländlichen Raum bestraft. Ein EgroNet-Tagesticket kostet in Deutschland 32 €. Zwei Ausflüge pro Monat im EgroNet-Gebiet kosten somit bereits mehr als das Deutschlandticket für 30 Tage.  In Tschechien kostet das exakt gleiche Ticket ca. 8 € (200 CZK).


Die Logik-Lücke: Die Behörden argumentieren mit „Finanzierungslücken“. Doch das D-Ticket hat gezeigt: Niedrige Einstiegshürden schaffen Masse. Wer 32 € verlangt, schickt die Menschen zurück ins Auto. Ein besetzter Sitzplatz für 12 € generiert Umsatz – ein leerer Sitzplatz für 32 € generiert nur Kosten für den Steuerzahler.

Der Landkreis Wunsiedel erreicht im Nahverkehr nichts. Für einen Journalisten wäre es interessant, dies zu hinterfragen. 

2. Die soziale und ökologische Quittung

In Ballungszentren wie München oder Berlin lässt sich über Preise streiten, weil das Angebot (Taktung alle 5-10 Minuten) einen Premium-Wert hat. Im ländlichen Raum ist der ÖPNV oft nur eine Grundversorgung.

Jedes Mal, wenn ein Tourist oder Pendler aufgrund der 32 € das Auto nimmt, steigen die gesellschaftlichen Kosten. Der Autoverkehr verursacht in Deutschland jährlich über 100 Milliarden Euro an externen Kosten (Unfälle, Umweltschäden, Gesundheit). Jedes „kaputtgepreiste“ Ticket im EgroNet oder für das DeutschlandTicket erhöht diese Rechnung, die wir alle über Steuern und Klimawandel zahlen. .

3. INTERREG: Forschen statt Handeln

Während das Klima kippt und die Züge leer bleiben, fließen 130.000 € EU-Fördergelder in ein 28-monatiges Projekt zur „Tarifharmonisierung“. Es wird untersucht, was längst offensichtlich ist: Die Menschen wollen nicht diskriminiert werden.

Das Geld versickert in der Verwaltung, während eine simple Preissenkung sofortigen Effekt auf die CO2-Bilanz und die regionale Wirtschaft hätte. Selbstverständlich fliesst auch Geld an Hochschulen, die damit schöne Studien machen, die schwer auffindbar sind. Umgesetzt wird meistens nichts.

Dieses Beispiel zeigt den behördlichen Irrsinn, der um sich greift. Das Geld versickert so in Ineffektivität und Inkompetenz. Ich kann das mit meinen persönlichen unterstreichen, seitens der Landkreise wird gerade in Bayern wenig unternommen, um die ÖPNV zu fördern, ein Beispiel ist das Baxi. Statt darüber zu diskutieren wurde ich auf dem Bayrischen Tourismustag 2025 durch die Polizei entfernt.


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